Optimiertes Fahrprofil vPRO: die präzise Umsetzung vom Fahrplan.

Kurz vor Abfahrt wird mit den aktuell verfügbaren Daten ein energieoptimiertes und fahrdynamisch korrektes Fahrprofil für jeden Zug vom Personenverkehr gerechnet. 

Damit wird der Bahnverkehr noch pünktlicher und präziser – und die Züge benötigen weniger Energie. 

Die zur Berechnung notwendigen Algorithmen wurde von der SBB entwickelt und in umfangreichen Betriebstests gemeinsam mit dem Lokpersonal über mehrere Jahre verbessert. 

Für einen möglichst stabilen Bahnbetrieb ist ein gewisses Mass an Zeitreserven notwendig – die zeitliche Verteilung war im Führerstand jedoch bisher nicht bekannt, was zu unterschiedlichen Fahrstrategien führte. Zudem orientierte sich das Lokpersonal bisher an den am Perron angeschriebenen minutengenauen Kundenzeiten, während Fahrplan und Betrieb den Bahnverkehr sekundenscharf nach dem betrieblichen Fahrplan organisierten. 

Mit dem optimierten Fahrprofil vPRO und den präzisen, betrieblichen Zeiten wird nun eine neue gemeinsame Basis in der Bahnproduktion geschaffen – erstmalig verwenden Lokpersonal, Fahrplan und Betrieb die gleichen Informationen. Die Berechnung des optimierten Fahrprofils vPRO wird jeweils kurz vor Abfahrt des Zuges in RCS vorgenommen und erfolgt in zwei Schritten: 

  • Aus dem betrieblichen Fahrplan und den Zuglenkdaten werden mit einem Set an mathematischen Regeln die Fixpunkte identifiziert. Damit werden diejenigen Betriebspunkte bezeichnet, bei denen die Zeiten (Abfahrt, Ankunft, Durchfahrt) aus fahrplantechnischer Sicht möglichst genau einzuhalten sind. 
  • Dann erzeugt ein automatisierter Algorithmus zwischen zwei Fixpunkten das optimierte Geschwindigkeitsprofil vPRO unter Berücksichtigung von Fahrweg, dem geplanten Rollmaterial und den Langsamfahrstellen: Für jeden Abschnitt ergibt sich so die notwendige Geschwindigkeit, um bei pünktlicher Abfahrt den nächsten Fixpunkt pünktlich zu erreichen. 

Mit vPRO und den betrieblichen Zeiten können die Lokführerinnen und Lokführer nun ihre Handlungskompetenz voll ausspielen und situativ die optimale Fahrstrategie wählen. Damit kommt es im pünktlichen Regelbetrieb zu weniger Konflikten – durch den verbesserten Zugfluss reduzieren sich Bremsungen und Halte vor den Signalen.

Und es gibt noch einen erwünschten Nebeneffekt von vPRO: Durch die angepassten Geschwindigkeiten und dem flüssigeren Betrieb benötigen die Züge vom Personenverkehr weniger Energie. Nach bisherigen Messungen reduziert sich der Energiebedarf im Regionalverkehr je nach Strecke und Rollmaterial um 3%-9%, im Fernverkehr zwischen 1% und 4%. Das optimierte Fahrprofil vPRO steht allen Eisenbahnverkehrsunternehmen unentgeltlich über die ADL-Schnittstelle zur Verfügung.