«Schlüsselfertige Weichenerneuerung» am Bahnhof Klus der OeBB.

Gesamtlösungen von SBB Infrastruktur für einen starken Bahnbetrieb.

SBB Infrastruktur will ihren Kunden künftig mehr End-to-End-Lösungen anbieten. Für die OeBB hat sie nun erstmals als Generalunternehmerin eine komplette Weichenerneuerung durchgeführt.

Das Bahnstreckennetz der Oensingen-Balsthal-Bahn OeBB erschliesst den öffentlichen Verkehr zwischen Oensingen und Balsthal in der Region Thal-Gäu im Kanton Solothurn. Die OeBB transportiert auf der vier Kilometer langen Strecke pro Jahr knapp 600 000 Passagiere sowie 94 000 Bruttotonnen Güter. Im Rahmen eines 10-jährigen Erneuerungsprogramms für die Gleis- und Fahrleitungsanlagen wurde im Dezember 2019 während einer Woche die Weiche 2 am Bahnhof Klus-Balsthal umgebaut Die Holzweiche (Typ 185) hatte nach 33 Jahren ihren Zweck erfüllt und wurde durch eine neue Weiche (Typ 300) ausgewechselt. Als Generalunternehmerin lieferte SBB Infrastruktur die erste «Schlüsselfertige Weichenerneuerung» ab. 

Pluspunkt: Der Koordinationsaufwand für die Infrastrukturbetreiberin sinkt.

«Die Umsetzung einer Weichenerneuerung ist erfahrungsgemäss ein Wechselspiel zwischen dem Bauherrn und den unterschiedlichsten Gleisbaudienstleistern und erfordert einen hohen Koordinationsaufwand», erzählt Nekdarios Carpouchtsis, Key Account Manager Bahntechnik und Logistik bei SBB Infrastruktur. Deshalb überzeugte das Angebot der schlüsselfertigen Weichenerneuerung: «Die SBB Infrastruktur offerierte die gesamte Projektierung, Gleisbauleistung und Maschinen, Weichenherstellung, Materiallieferung sowie die fachgerechte Entsorgung des Altmaterials.» Realisiert wurde die Gesamtleistung in Zusammenarbeit mit den Gleisbaupartnern Meier+Jäggi, welcher für die Gleisbauarbeiten und Nebenleistungen zuständig war, sowie AeBo+Dill, welche die Projektierung übernahm.

In enger Abstimmung mit der OeBB wurden die Bauetappen so geplant, dass der Bahnbetrieb unter der Woche nicht stark eingeschränkt war. Für das Wochenende arrangierte die OeBB einen Bahnersatz. Zudem unterstützte sie mit eigenem Personal und Lok die Rangierung der Bahnwagen, führte während der Bauphase die notwendigen Arbeiten an den Sicherungsanlagen durch und organisierte die Fahrleitungsreglage.

Weichenerneuerungen erfordern einen hohen Koordinationsaufwand zwischen den beteiligten Lieferanten und Dienstleistern.
Bild-Legende: Weichenerneuerungen erfordern einen hohen Koordinationsaufwand zwischen den beteiligten Lieferanten und Dienstleistern.

Intensive Arbeitswoche.

Nekdarios Carpouchtsis erinnert sich an die Bauarbeiten: Während der Arbeitswoche vom 9. bis 16. Dezember 2019 regnete und schneite es gelegentlich bei winterlichen Temperaturen von durchschnittlich 5 Grad. Die Bauarbeiten starteten am Montagabend mit der Anlieferung der im Bahntechnik Center vorfabrizierten neuen Weiche. Die Gleisbauer montierten sie vor Ort an den nachfolgenden Tagen in Partien für den Einbau vor. Zudem wurden zur Vorbereitung die neue Fahrbahn ausgemessen sowie Kennzeichnungen vorgenommen und möglichen Weichenanbauteile demontiert. Am Wochenende war es soweit. Nach langer Vorbereitungszeit begann die Intensivphase vom Samstag, 14., bis am Sonntag, 15. Dezember 2019, bei kompletter Bahnhofs- und Streckensperre. Die zwölf Mann starke Bautrupp begann mit dem Abbau der bestehenden alten Weichenanlage.. Anschliessend richtete er das Gleisbett aus und planierte es. Dabei mussten die 180 Tonnen Bahnschotter aufgrund der örtlichen Gegebenheiten per LKW an- und abtransportiert werden. Mit einem mobilen Lastkran brachten die Gleisbauer die neue Weiche im Gleisbett in Position. Daraufhin folgte die Einschotterung der Weiche zur Stabilisierung sowie das Thermitschweissen der Anschlussschienen. Für die manuelle Bedienung der Weiche wurde eine Umstellvorrichtung eingebaut. Mit der Demontage der alten Weiche und deren Anschlüsse für die Entsorgung schloss der Bautrupp am Sonntag die Bauarbeiten ab. Insgesamt wurden 209 Tonnen Neumaterial verbaut und Altmaterial fachgerecht entsorgt. «Nach erfolgter Abnahme durch die Bauherrin konnte die Weichenanlage sogar früher als geplant übergeben werden», freut sich Nekdarios Carpouchtsis über den reibungslosen Ablauf. «Bisher kannte man uns primär als Weichenherstellerin. Mit der schlüsselfertigen Weichenerneuerung können wir unseren Kunden die Gesamtlösungen anbieten, die ihnen das Leben erleichtern.»

Auch Markus Schindelholz, Geschäftsführer der OeBB, zieht ein ausgesprochen positives Fazit. «Die Arbeiten der verschiedenen Dienstleister und Lieferanten haben sich ideal ergänzt. Wir sind froh, dass SBB Infrastruktur hier die Gesamtkoordination übernommen hat und uns als Ansprechpartnerin eng begleitet hat.».

Markus Schindelholz (l.), Geschäftsführer OeBB und Nekdarios Carpouchtsis (r.), Projektleiter SBB Infrastruktur, Verkauf Bahntechnik und Logistik.
Bild-Legende: Markus Schindelholz (l.), Geschäftsführer OeBB und Nekdarios Carpouchtsis (r.), Projektleiter SBB Infrastruktur, Verkauf Bahntechnik und Logistik.

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